Bay Area trifft Fördeblick: Kiel und San Francisco werden Partnerstädte Drucken
Geschrieben von: Peter   
Donnerstag, den 21. September 2017 um 10:23 Uhr

Golden Gate BridgeStädtpartnerschaften haben in Kiel eine lange Tradition. 1925 wurde Sonderburg die erste Kieler Partnerstadt. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurden die internationalen Freund- und Partnerschaften wurden gepflegt und erweitert. Städte wie Brest (Frankreich), Coventry (England) und Vaasa (Finnland) wurden offizielle Städtepartner Kiels. Auch die Städtepartnerschaftserweiterung nach Osten war erfolgreich, wie die Beispiele Gdynia (Polen), Tallin (Estland) sowie die russischen Städte Sovetsk und Kaliningrad belegen. Auch mit den türkischen Städten Samsun und Hatay bestehen Partnerschaften und selbst das heimische Deutschland ist mit Stralsund in diesem Reigen vertreten. Die "exotischste" Partnerstadt von Kiel ist seit 2013 sicherlich Moshi Rural in Tansania. Nun geht der Blick (endlich) über den großen Teich. Und nicht irgendeine beliebige Amerikanische Stadt steht vor der Partnerschaft mit Kiel: Mit San Francisco geht eine der bekanntesten Städte der USA den Partenrschaftsvertrag mit der Landeshauptstadt ein. Die Städtegründung von "Frisco" geht zurück in das Jahr der Unabhängigkeit der USA 1776. Schon bald gaben Missionare der Franziskaner der Ortschaft den Namen ihres Ordens: San Francisco de Asis (Heiliger Franz von Assisi). Mitte des 19. Jahrhunderts lockte der "Goldrausch" die Sucher des Reichtums in die Stadt an der ruhigen Pazifikbucht, die bald im Volksmund "Golden Gate" genannt wurde. Banken, wie "Wells Frago" wurden in der Folge gegründet und auch der fränkische Einwanderer Levi Strauss begann hier, seine weltberühmten Hosen zu nähen. Doch es gab auch brutale Rückschläge in der Geschichte der Stadt, wie das verheerende Erdbeben im Jahre 1906, dem tausendende Menschen zum Opfer fielen. Aber San Francisco stand wieder auf und setzte seine Entwicklung fort. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist natürlich die 1937 fertiggestellte Golden Gate Bridge. Berüchtigt ist hingegen die in der Bucht liegende Insel Alcatraz, auf der erst ein Leuchtturm gebaut wurde, bevor dort ein Hochsicherheitsgefängnis errichtet wurde, das bis 1963 in Betrieb war und aus dem es der Legende nach (auch wegen der Insellage) kein Entrinnen gab. Mittlerweile ist die Gefängnisinsel eine Touristenattraktion. Auch als Kulisse für Filme und Fernsehserien gab die markante Stadt gerne ihe Gesicht her. Clint Eastwood sorgte beispielsweise als "Dirty Harry" Callahan für robuste Ordnung, bevor ihm als einer der wenigen - zumindest im Film - die "Flucht von Alcatraz" gelang – oder auch nicht... Am Freitag, dem 22. September 2017 ist es dann soweit. San Franciscos Bürgermeister Edwin M. Lee, angereist mit ein 40köpfigen Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, unterzeichnet in Kiel mit seinem Amtskollegen Ulf Kämpfer den Partnerschaftsvertrag der beiden Städte. Am folgenden Samstag, dem 24. September sind dann alle Bürgerinnen und Bürger zur "San Francisco – Kiel Friendship Party" im Camp 24/7 an der Kiellinie eingeladen. Von 14 bis 22 Uhr wird mit einem bunten Programm die Städtepartnerschaft gefeiert. Auch Bürgermeister Lee freut sich darauf "seine" Kieler mal persönlich kennen zu lernen. Vielleicht halten sich ja auch einige Landeshauptstädter ja auch an die Empfehlung aus dem berühmtesten San Francisco-Song, und stecken sich ein Paar Blumen ins Haar: "Be sure to wear some flowers in your hair". In diesem Sinne: Welcome to Kiel, San Francisco!
Bild: flickr / Kevin Jarrett